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Juliane von Arnim - Text im Meisterschülerkatalog

Juliane von Arnim widmet sich in ihrem Werk überwiegend der Natur in Form von Landschaftsbildern oder Ansichten von Pflanzen oder Insekten. 

Neben diesen meist kleinformatigen Bildern steht die umfangreiche Werkgruppe der Landschaften.   

Nun ergeht Juliane von Arnim sich nicht in klassischer Landschaftsmalerei, sondern spürt dem Ungewöhnlichen nach – sonderbaren Farb- und Lichtstimmungen vielleicht, die sie hier ein wenig verstärkt, an anderer Stelle abmildert, bis sich etwas Irritierendes im Vertrauten einstellt. Vertraut sind einem die Szenarien, die Bildausschnitte, die Komposition und die lockere Malweise, ungewöhnlich erscheint einem aber vor allem die Beleuchtung. Durch sie kann die Atmosphäre entweder ins Zauberhafte kippen – wie in einigen farbintensiven üppigen Bildern tropischer Vegetation, oder aber es entsteht beim Betrachter der Eindruck, dass hier „etwas nicht stimmt“. Eine gespannte Ruhe, als sei gerade etwas geschehen oder stünde unmittelbar bevor. Ob harmlos oder dramatisch bleibt der Phantasie des Betrachters überlassen. So subtil ist dieser Moment der Unsicherheit, dass man ihn auch gelassen übergehen könnte. Aber eine Ahnung bleibt und diese Atmosphäre ist die Stärke in den Bildern Juliane von Arnims. Es ist das, was die Arbeiten besonders und unverwechselbar macht und ihnen ihre Stärke verleiht. Und das ist im besten Sinne Malerei, in der die Bilder mehr ausdrücken, als auf der Leinwand zu sehen ist.